Europäische Suchmaschinen legen meist einen stärkeren Fokus auf Datenschutz und unterliegen den europäischen Datenschutzgesetzen. Anders als bei den großen Suchmaschinen, wo bei den Werbeanzeigen oft große Konzerne dominieren, unterstützen europäische Anbieter häufig auch kleinere, lokale Unternehmen, indem sie deren Sichtbarkeit erhöhen. Darüber hinaus fördern manche der Suchmaschinen umweltfreundliche Praktiken und pflanzen zum Beispiel Bäume für getätigte Suchen oder betreiben ihre Server mit erneuerbaren Energien.
Der Hauptgrund, weshalb viele Menschen die Suchmaschine wechseln, ist aber meist der Unterschied im Tracking und der Profilbildung. Genauer gesagt geht es darum, ob und wie Daten aus verschiedenen Quellen zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden. Google z. B. betreibt nicht nur eine Suchmaschine, sondern ein ganzes Ökosystem aus Diensten. Dazu gehören neben der Suchmaschine, auch Gmail, YouTube, Google Maps, den Chrome-Browser und nicht zuletzt das Betriebssystem Android. Sobald man sich bei seinem Google-Konto anmeldet (Voraussetzung für die Nutzung von Android Smartphones), verknüpft Google laut eigener Datenschutzerklärung die hinterlassenen Informationen aus einem Dienst mit den Informationen aus den anderen Diensten. Konkret bedeutet das, dass über die Nutzung verschiedener Dienste (YouTube, Goolge Maps, Chrome) ein äußerst detailliertes Profil erstellt wird. Die Kombination aus Interessen, Gewohnheiten, Aufenthaltsorten dient dabei vor allem zielgerichteten Ausspielung von Werbung.
Ein wichtiger Punkt vorab: Eine eigene, vollständige Websuche wie die von Google aufzubauen ist äußerst aufwendig und teuer. Deshalb greifen viele kleinere Anbieter zumindest teilweise auf die technische Infrastruktur großer US-Konzerne wie Microsoft (Bing) oder Yahoo zurück, statt komplett eigenständig zu suchen. Das ist keine Täuschung, sollte aber bei der Bewertung der „Unabhängigkeit" mitbedacht werden.
Suchmaschinen
| Ecosia wirbt damit, keine dauerhaften Nutzerprofile anzulegen und Suchanfragen zeitnah zu anonymisieren. Werbetrackern von Dritten will das Unternehmen nach eigenen Angaben ebenfalls eine Absage erteilt haben. Da Ecosia für seine Suchergebnisse (noch) teilweise mit Bing zusammenarbeitet, werden technische Basisdaten wie IP-Adresse, ungefähre Region und Sprache an Microsoft weitergegeben. Unabhängige Tests der zugehörigen Ecosia-App fanden zudem in der Vergangenheit Tracking-Komponenten von Microsoft und Facebook, die im Widerspruch zur eigenen Datenschutz-Werbung standen – ein Hinweis darauf, dass sich auch bei explizit privatsphäreorientierten Anbietern ein Blick in aktuelle, unabhängige Prüfberichte lohnt, statt sich allein auf Marketingaussagen zu verlassen. | |
| MetaGer ist eine deutsche Metasuchmaschine. Der Dienst zeigt zwar weiterhin Werbung an (sofern man keinen kostenpflichtigen werbefreien Zugang nutzt), diese richtet sich aber nach dem Inhalt der jeweiligen Suchanfrage und nicht nach einem persönlichen Profil. Über die Funktion „Anonym öffnen" lassen sich Suchergebnisse zudem besuchen, ohne dass die eigene IP-Adresse an die jeweilige Website übertragen wird. | |
Qwant - Die Suchmaschine, die Sie als Nutzer und nicht als Produkt bewertet | Qwant ist eine französische Suchmaschine, die den Schutz der Privatsphäre in den Mittelpunkt stellt. Der Dienst verzichtet nach eigenen Angaben komplett auf Tracking-Cookies und den Aufbau individueller Profile. Auch der Standort der Nutzer*innen wird nicht erfasst, weshalb Suchergebnisse entsprechend weniger lokal zugeschnitten sind. Die IP-Adresse wird kurzzeitig zur Betrugserkennung gespeichert, für maximale Anonymität empfiehlt Qwant selbst zusätzlich ein VPN. |
Zusammengefasst
In dieser Serie stellen wir verschiedene europäische Plattformen vor, zeigen mögliche Alternativen und erklären, wie sie sich im Alltag nutzen lassen. Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie hie
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