Rückblick Cybersecurity-Workshop mit Possible – Unsere Erkenntnisse

Am 15. Oktober haben wir in Kooperation mit Possible Digital in der O₂ Telefónica Digital Lounge ein spannendes Cybersecurity-Training für rund 40 interessierte Senior*innen und Multiplikator*innen veranstaltet. Wir bedanken uns herzlich bei Possible Digital für die gelungene Zusammenarbeit und den informativen Workshop!

Im Zuge des Trainings wurden nicht nur die neuesten Hinweise und Methoden von Betrüger*innen vorgestellt, sondern auch praxisnahe Tipps und Tricks zur Prävention von Onlinebetrug gegeben, die direkt angewendet werden konnten. Beispielsweise wurden sichere Passwörter oder Familiencodes zur Vorbeugung von Enkeltrickbetrug präsentiert. 

Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich über dieses Thema zu informieren. Schließlich waren letztes Jahr schon einmal 19 % der Über-69-Jährigen von Cyberkriminalität betroffen; 85% von ihnen erlitten dabei einen Schaden.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und es entstand ein lebendiger und angeregter Austausch. Unsere Teilnehmer*innen hatten einige interessante Fragen, auf die wir hier noch einmal Antworten und Hinweise liefern wollen.

 Fotos © O₂ Telefónica | Henrik Andree

 

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Workshop:

 
1. Regelmäßige Updates und Antivirenprogramme installieren – Technischer Support ist wichtig, um Online-Sicherheit zu garantieren 

Viele Nutzer*innen sind sich der Wichtigkeit eines ausreichenden Schutzes ihrer Computer und Smartphones durch Antivirenprogramme und Firewalls nicht bewusst. Diese Programme führen regelmäßig Updates durch, die vor neuen Betrugsmaschen und Sicherheitslücken schützen.

Deshalb gilt: 

  • Betriebssystem und Apps sollten regelmäßig aktualisiert werden.
  • Laden Sie Apps ausschließlich aus den offiziellen App-Stores herunter, um das Risiko von Schadsoftware zu minimieren. Zum Beispiel: Für iOS (Apple-Geräte): App Store, für Android-Geräte: Google Play Store oder der offizielle Store des Geräteherstellers (z. B. Galaxy Store bei Samsung).
  • Vergeben Sie keine überflüssigen Berechtigungen an Apps, wie z. B. den Standort oder Bilder teilen.

     

2. Phishing-Mails auf dem Handy – geht das überhaupt? 

„Ja, absolut“, lautet die Antwort von Niklas von Possible-Digital. Auch auf dem Smartphone sind Phishing-Mails oder betrügerische SMS (sogenanntes „Smishing“) weit verbreitet – und oft besonders gefährlich, weil sie auf den kleinen Bildschirmen täuschend echt wirken. Viele Nutzer*innen klicken schneller auf einen Link, wenn sie gerade unterwegs sind oder keine Zeit haben, eine Nachricht genau zu prüfen. 

Wichtiger Hinweis: Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails oder SMS, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass sie vertrauenswürdig sind. Die meisten Mail- und Messenger-Apps bieten inzwischen die Möglichkeit, verdächtige Nachrichten als „Spam“ zu markieren. Nutzen Sie diese Funktion, um die Anbieter*innen darauf aufmerksam zu machen. 

 
3. Gefälschte QR-Codes – die unterschätzte Gefahr

QR-Codes sind praktisch, aber nicht immer sicher. Besonders im öffentlichen Raum – etwa auf Plakaten, in Restaurants oder an Parkautomaten – besteht die Gefahr, dass ein gefälschter Code aufgeklebt wurde, der auf eine betrügerische Website führt. Dort können persönliche Daten abgegriffen oder Schadsoftware installiert werden.

Tipp: Verwenden Sie QR-Code-Scanner mit Vorschaufunktion. So können Siekannst du die Zieladresse vor dem Öffnen überprüfen. Im Zweifel gilt: Lieber die Webadresse selbst eintippen, besonders bei sensiblen Diensten wie Online-Banking. 

 
4. Der „Enkeltrick“ 2.0 – per WhatsApp, SMS oder Anruf 

Eine besonders perfide Betrugsmasche ist der sogenannte „Enkeltrick“, bei dem sich Kriminelle als nahestehende Personen in Not – inzwischen oft über WhatsApp oder Telefon. Die Nachrichten wirken persönlich und drängen zum sofortigen Handeln. 

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie Nachrichten oder Anrufe erhalten, in denen Sie unter Druck gesetzt werden, schnell zu handeln oder Geld zu bezahlen, sollten Sie kurz innehalten und um einen Rückruf bitten. Währenddessen sollten Sie der betroffenen Person oder einer Ihnen nahestehenden Person schreiben oder anrufen. So können Sie eine zweite Meinung einholen. Lieber einmal zu viel misstrauen als zu wenig.

Tipp: Ein persönliches Codewort, das nur innerhalb der engsten Familie oder im Freundeskreis bekannt ist. Im Zweifelsfall einfach nachfragen: „Wie lautet unser Codewort?“ – das kann helfen, Betrüger sofort zu entlarven.

 
5. Betrüger werden professioneller – deshalb: Realitätscheck nicht vergessen 

Die Maschen der Onlinebetrüger werden, auch dank Künstlicher Intelligenz, immer ausgeklügelter und schwerer zu erkennen. Deshalb ist es umso wichtiger, nicht nur technische Schutzmaßnahmen zu ergreifen, sondern auch alles zu hinterfragen. Fragen Sie sich bei jeder Nachricht: 

  • Passt das überhaupt zu meiner aktuellen Situation?
  • Würde mich meine Bank wirklich per SMS oder E-Mail zu diesem Thema kontaktieren?
  • Habe ich mich irgendwo registriert oder etwas bestellt?

Wichtiger Hinweis: Auch die Sprache kann ein Hinweis auf Betrug sein: Rechtschreibfehler, unpersönliche Anreden oder Zeitdruck („Handeln Sie sofort!“) sind Warnsignale. 

 

Weitere Impressionen gibt es auf Flickr.

 

Bleiben Sie sicher im Netz! 
Ihr Team von Digital Mobil im Alte

 

Sie haben noch nicht genug? 

Oder möchten Sie Menschen in eurem näheren Umfeld die Möglichkeit geben, sich zu diesem Thema zu informieren, auch wenn Sie nicht in Berlin wohnen? Das nächste Training mit Possible findet am 31. Oktober ONLINE statt. Dafür können Sie sich über diesen Link anmelden.