Age Forward Lab: Wie Roboter mit uns wachsen können
Wie können Roboter so gestaltet werden, dass sie Menschen nicht erst dann unterstützen, wenn Hilfe nötig wird, sondern sie in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten? Mit dieser Frage startete am 30. September 2026 in der Telefónica Lounge in Berlin der erste Age Forward Lab Sprint unter dem Titel „Roboter sucht Aufgabe“.
In der gemeinsamen Workshopreihe von Age Bombs in Kooperation mit Digital mobil im Alter, einer Initiative der Stiftung Digitale Chancen und Telefónica Germany, entwickeln Menschen verschiedener Lebensphasen Ideen für eine Zukunft, die zu ihren Bedürfnissen passt. Der Gerontopsychologe Dr. Tim Kuball begleitet die Reihe mit seiner wissenschaftlichen Perspektive.
Zwei Roboter, unterschiedliche Vorstellungen
In zwei Gruppen entwickelten insgesamt 15 Teilnehmende eigene Vorstellungen von einem Roboter als Alltagsbegleiter. Dabei ging es um vier zentrale Ebenen: Wissen, Fühlen, Tun und Aussehen. Die Gruppen entwarfen zwei Roboter, „Nobody“ und „Robin“, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden, aber wichtige Fragen gemeinsam aufwerfen.
Die gewünschten Aufgaben reichten von Kochen, Putzen und Erinnern über Informationsaufbereitung und Gesundheitsprävention bis hin zu Lernen und Unterhaltung. Unterstützung wurde damit nicht nur als Hilfe bei Einschränkungen verstanden, sondern auch als Möglichkeit, Zeit freizuspielen, neue Möglichkeiten zu eröffnen und den Alltag angenehmer zu gestalten.

Nähe, Vertrauen und Selbstbestimmung
Die Teilnehmenden wünschten sich Roboter, die ihre Bedürfnisse und Interessen berücksichtigen können. Gleichzeitig waren klare Grenzen wichtig: Persönliche Daten sollen nur mit Zustimmung genutzt werden, Informationen müssen verlässlich sein und die Kontrolle über das System soll beim Menschen bleiben.
Auch beim Thema Nähe zeigte sich ein differenziertes Bild. Ein Roboter darf empathisch reagieren und Unterstützung bieten, soll aber als Maschine erkennbar bleiben. Menschenähnlichkeit war für keinen der beiden Entwürfe eine Voraussetzung für einen verständlichen und angenehmen Umgang.

Unterstützung verändert sich mit dem Leben
Im zweiten Teil des Workshops betrachteten die Gruppen, wie sich Aufgaben und Eigenschaften eines Roboters über verschiedene Lebensphasen hinweg verändern könnten. Dabei wurde deutlich: Es gibt keinen einheitlichen Bedarf, der allein vom Alter abhängt. Was Menschen wichtig finden, wird von ihrer Lebenssituation, ihren Zielen und individuellen Möglichkeiten beeinflusst.
Daraus ergibt sich eine zentrale Anforderung an die Entwicklung von Robotik und AgeTech: Systeme sollten sich an veränderte Bedürfnisse anpassen lassen, Unterstützung anbieten, ohne sie aufzudrängen, und unterschiedliche Grade von Nähe und Eigenständigkeit ermöglichen. Ebenso wichtig sind technische Langlebigkeit, Reparierbarkeit und die Möglichkeit, Systeme langfristig weiterzuentwickeln.

© Stiftung Digitale Chancen, Telefónica Deutschland | Henrik Andree
Was bleibt?
Der erste Age Forward Lab Sprint zeigt, dass die Gestaltung von Robotern für unterschiedliche Lebensphasen über klassische Pflege- und Hilfeszenarien hinausgehen muss. Neben Entlastung und Unterstützung gehören auch Lernen, Freude, soziale Teilhabe und persönliche Freiräume in den Blick.
Die zentrale Erkenntnis: Gute Technik muss sich verändern können, wenn sich unser Leben verändert – und wir müssen selbst entscheiden können, welche Rolle sie dabei spielt.
Age Forwad Lab Sprint:
Am 5. November geht es weiter mit dem nächsten Age Forward Lab Sprint: „Community sucht Anschluss“.
Dann geht es um eine digitale Community, die sich mit unserem Leben verändern kann. Was brauchen wir, um uns einzubringen und zugehörig zu fühlen? Was darf ein solches Tool über uns wissen? Was möchten wir selbst steuern? Und wie kann es auf bestehenden Verbindungen aufbauen, wenn sich Lebenssituationen verändern?
Am 10. Dezember folgt der dritte und letzte Workshop in diesem Jahr: „Zuhause sucht Spielraum“. Wie lässt sich ein Zuhause von vornherein so gestalten, dass es mit unserem Leben mitgehen kann? Und wie bleibt es offen für neue Bedürfnisse und unterschiedliche Formen des Zusammenlebens?
Weitere Infos findest du hier:30. September, 5. November und 10. Dezember 2026 | Age Forward Lab Sprints: Digital mobil im Alter
ⓘ Age Forward Lab Sprint ist ein Format von Age Bombs, einem von Robert Eysoldt gegründeten kreativen Beratungsunternehmen für Organisationen, die bereit sind, Alter und Altern neu zu denken. „Mensch sucht Anschluss“ ist der zweite Workshop einer dreiteiligen Reihe in Kooperation mit Digital mobil im Alter, einer Initiative der Stiftung Digitale Chancen und Telefónica Germany. Mitentwickelt und wissenschaftlich begleitet wird die Workshopreihe von dem Gerontopsychologen Dr. Tim Kuball.
